Eine Weihnachtsgeschichte

Elisabeth Moller war traurig. Ihr Haus war verbrannt. Alles war weg: Möbel, Kleidung und auch ihre Notizen für die Unterrichts-Stunden. Elisabeth Moller ist Grundschul-Lehrerin.

Elisabeth war froh, dass niemand verletzt wurde. Aber sie fühlte sich leer.

Jetzt wohnte sie in dem alten Hotel am Marktplatz. Das Zimmer war klein. Die Menschen im Hotel waren nett und freundlich. Heute war Heiligabend. All die Jahre hatte sie es mit ihrem Bruder gefeiert. Dieses Jahr war sie allein. Ihr Bruder war im Sommer überraschend verstorben.

Sie seufzte. Dann stieg sie langsam die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf.

Der Portier kam ihr entgegen. Er lächelte und sagte: „Ach, Frau Moller, es wurde etwas für Sie abgegeben. Wir haben es in Ihr Zimmer gebracht.“

Elisabeth öffnete ihre Zimmertür. Sie war überrascht und blieb stehen. Auf dem Bett lag ein Paket. Darin waren warme Kleider. Ein dicker Pullover, ein Schal und Handschuhe.

Auf dem Tisch lagen ein Block und ein Stift. Daneben ein kleiner Zettel: „Für Ihre Notizen.“

In der Ecke stand ein bequemer Sessel mit einer kuscheligen Decke darüber. Elisabeth setzte sich hinein. Der Sessel war weich und warm.

Die Leute im Hotel hatten ihre Geschichte gehört. Sie wussten, dass sie alles verloren hatte. Deshalb hatten sie für Elisabeth gesammelt und diese Geschenke vorbereitet.

Elisabeth spürte Tränen in den Augen. Da klopfte es an der Tür. Vor ihr stand Johann, ein Junge aus ihrer Klasse. Er lächelte und sagte:
„Hallo Frau Moller, frohe Weihnachten! Wir möchten, dass Sie gemeinsam mit uns feiern. Bitte kommen Sie.“

Elisabeth war gerührt. Sie nickte dem Jungen zu und nahm ihre Jacke. Sie wusste: Heute würde sie nicht allein sein. Weihnachten war gerettet.

Erschienen: Dezember 2025

Foto: Franz Bachinger from Pixabay (mit KI)

 Autor*in: Dr. Martina Henn-Sax