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Ein alter Brauch, immer wieder
aktuell

Das Erntedank-Fest

Der Sommer geht zu Ende. Die Felder sind gemäht. Die Tage werden wieder kürzer. Die Bauern bringen die Ernte ein. Die Menschen schauen dankbar auf das, was die Erde hervor-gebracht hat. Es gibt zu essen. Ein Grund zum Feiern. Gefeiert wird das Erntedank-Fest. So zumindest heißt bei uns dieser sehr alte Brauch.

Ernte-Feste gibt es schon seit es Acker-Bau gibt. Eine gute Ernte sicherte das Überleben der Gemeinschaft. Gute Ernte war deshalb ein Anlass für sich wiederholende Feste. Erntedank-Feiern sind seit dem 3. Jahrhundert nach Christus belegt.

Und seit dem 16. Jahrhundert gibt es bestimmte Tage, an denen das Fest gefeiert wird. Diese Tage wurden von der Kirche bestimmt. In der Regel ist dies der erste Sonntag im Oktober.

Dieses Jahr ist das Erntedank-Fest am 4. Oktober. An diesem Tag findet ein Erntedank-Gottesdienst statt. Der Altar wird mit Getreide, Gemüse und Obst aus Feld und Garten geschmückt. Die Gemeinde dankt Gott mit Gebeten und Gesang für die Ernte. Häufig wird das Fest mit Hilfs-Aktionen zugunsten hungernder Menschen verbunden. Das heißt: Wer kann, der unterstützt die Bedürftigen.

Das Erntedank-Fest wird in verschiedenen Ländern der Welt unterschiedlich gefeiert. Jedes Land tut dies auf seine Weise. Aber eine Sache ist an diesem Tag in allen Ländern gleich: Die Menschen besinnen sich dankbar auf den Wert der Nahrung. Das meint zum einen: genug zu essen zu haben. Das meint aber auch: sich klar zu machen, wo die Nahrung herkommt. Von einem anderen Kontinent? Aus dem Supermarkt? Vom heimischen Feld? Und das meint: Was ist uns gute Nahrung wert? Wichtige Fragen, an die uns das Erntedank-Fest jedes Jahr wieder erinnert.

Bernd Neubauer

Erschienen im DURCHBLICK September 2020