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Ich denke zurück: Es ist Januar 2016. Ich studiere seit Kurzem. Ich möchte Lehrerin werden. Ich sitze in einem Raum in der Uni. Ich soll lernen: Wie können Kinder in der Schule etwas lernen? Es klopft an der Tür. Eine Studentin kommt in den Raum. Sie spricht über eine Zeitung in Einfacher Sprache. Sie zeigt die große Zeitung. Sie ist damals noch aus Papier. Auf der ersten Seite ist ein Tannenbaum. Es ist die Dezember-Ausgabe vom Durchblick aus dem Jahr 2015.
Die Studentin sagt: Jeden Montag treffen wir uns. Bei den Treffen kann man Texte für die Zeitung schreiben.
Ich denke darüber nach. Aber montags habe ich keine Zeit.
Es ist März 2017. Ich sehe mir eine lange Liste an. Ich suche einen Kurs für das nächste halbe Jahr in der Uni. Ich finde den Kurs: Leichtes Lesen. Ich denke: Hier lerne ich, wie Schulkinder besser lesen lernen können. Aber das ist falsch.
Ich lerne in dem Kurs: Wie schreibe ich in Einfacher Sprache? Ich bin zum ersten Mal bei einer Redaktions-Sitzung. Wir reden darüber: Welche Themen kommen in die nächste Ausgabe vom Durchblick?

Ich schreibe meinen ersten Artikel für den Durchblick.
Seit dieser Zeit schreibe ich oft für den Durchblick. Manchmal habe ich zwei bis drei Artikel in einem Monat geschrieben. Manchmal habe ich nur zwei bis drei Artikel in einem Jahr geschrieben.
Ich habe an vielen tollen Projekten mitgearbeitet: Ich habe Kurse zu Einfacher Sprache gegeben. Ich habe eine Stadtführung in Einfacher Sprache für Göttingen geschrieben.
Manche Dinge sind nur Wünsche geblieben: Ich habe kein Buch in Einfacher Sprache geschrieben. Ich wurde keine Lehrerin für Einfache Sprache. Aber bis heute schreibe ich in Einfacher Sprache. Ich frage mich: Warum schreibe ich in Einfacher Sprache?
Das Schreiben in Einfacher Sprache bedeutet für mich: Mach es einfach. Beim Schreiben in Einfacher Sprache muss ich die Dinge genau verstehen. Sonst kann ich sie nicht richtig erklären. Ich muss überlegen: Was ist das Wichtigste an dem Thema? Welche Infos brauchen die Menschen? Was möchten die Menschen lesen?
Das Leben ist oft schwierig. Es ist laut. Es ist viel. Ich kann viele Dinge nicht verstehen.
Sprache muss nicht so sein. Sprache soll einfach sein. Dann verstehen alle Menschen die Sprache. Dann können alle Menschen mitmachen. Ich finde: Das soll bei allen Themen so sein. Bücher, Politik, Inklusion, Gesundheit, leckere und gesunde Ernährung, Wissen über Tiere, Sport, die Welt und Göttingen. Das alles ist der Durchblick für mich. Der Durchblick ist da, damit alle Menschen teilhaben können. Danke, dass ich ein Teil davon sein darf!
Erschienen: Dezember 2025
Foto: Durchblick Ausgabe 12, Dezember 2017
Autor*in: Jasmin Süssmeyer
